Meine Geschichte als Kriegsenkel

Tiny Living

 

Mein Name ist Margot Dimi. Ich bin das, was man seit einiger Zeit in der Literatur als Kriegsenkel bezeichnet.

Kriegsenkel und buntes Schaf der Familie

Meine Großmutter mütterlicherseits war Sudetendeutsche aus Südmähren. Sie wurde mit ihrer Familie zu Ende des 2. Weltkriegs vertrieben. Ihr gelang es durch rasche Heirat in der Nähe ihrer Heimat im Waldviertel zu bleiben. Der Rest ihrer Familie zog nach Deutschland weiter.

Mein Großvater mütterlicherseits war Kind von Sudetendeutschen. Seine Familie stammt aus dem Böhmerwald und seine mir bekannte Vaterlinie bestand ausschliesslich aus Glasmachern. Da mein Opa 1922 in Österreich geboren wurde, musste die Familie davor nach Österreich gekommen sein. Ob sie der Arbeit (Glasmacher, Glashütte in Nagelberg) nachzog oder vor politischen Änderungen (1919 fiel der Böhmerwald an Tschechien) floh, ist mir unbekannt.

Seelische Folgen der 2 Weltkriege für Kriegsenkel

Heute weiß ich, dass sich Kriegstraumata epigenetisch vererben. Dem, was nie ausgesprochen wurde, ist am schwersten auf die Spur zu kommen. Wir – die Kriegsenkel – haben die Aufgabe, die seelischen Trümmer endlich aufzuräumen. Diese Seite ist mein Beitrag dazu. Ich will mit dieser Seite aufzeigen, welche weitreichende Folgen die Ignoranz der psychischen Kriegsfolgen bis heute hat.

Ich möchte aber auch allen Mut machen, die sich ihren „Themen“ stellen, für die sie bis heute vielleicht noch keine schlüssige Ursache gefunden haben. Stichworte, die für mich zu den Themen der Kriegsenkel führen, sind „narzistischer Mißbrauch“, „Toxische Beziehungen/Partnerschaften“, „schwarze Pädagogik“ und einige mehr, die im Laufe der Zeit hier im Blog auftauchen werden.

Netzwerken statt Schuldzuweisung

Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass Schuldzuweisungen nur in die Irre führen. Mein Anliegen ist es, meinen Weg in die persönliche Freiheit zu dokumentieren. Ich schreibe hier über meinen Weg, der auch den einen oder anderen Um- und Irreweg beinhaltet. Es sind Angebote, Ideen und persönliche Erfahrungen. Deshalb kann und will ich keine Haftung übernehmen. Die LeserInnen sind aufgefordert, den eigenen Weg zu finden.

Ich freue mich über Erfahrungsaustausch und wünsche mir, dass diese Seite zu einem Netzwerk wird, dessen Ziel es ist, seelische Kriegswunden in unserem Kulturkreis zu heilen.

Zum Namen des Blogs

Ich fühlte und sah mich über 50 Jahre meines Lebens als das schwarze Schaf der Familie. Irgendwie passte ich nicht dazu. Seit 2019 sehe ich mich als das bunte Schaf der Familie. Unter dem Arbeitstitel „buntes Schaf“ entsteht auch ein Märchen, in welchem ich meine bisherige Lebensgeschichte verarbeite.