Wäschewaschen, die Zweite – Kastanienlauge

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Wäschewaschen, die Zweite – Kastanienlauge

8. Oktober 2019 Hausarbeit 0

Weichspüler halte ich für verzichtbar, Waschmittel nicht. Um rauszufinden, was (genau) im gekauften Waschmittel ist, erfordert hohen Rechercheaufwand. Zu Studentenzeit habe ich mich auf vertrauenswürdige Marken verlassen, die ersten Bio-Waschmittel kamen damals auf den Markt. Baukastensysteme gab es auch, die waren mir aber zu aufwändig in der Anwendung.

In den letzten Jahren nahm ich eine App zur Hilfe, die auf Scan über den Barcode mit Ampelfarben auswirft, wie (un)bedenklich die Inhaltsstoffe sind. Das traurige Ergebnis war, dass es in Supermärkten kein Waschmittel ohne orange oder gar rote Punkte gab. Im Drogeriemarkt bedurfte es langer Suche, ein unbedenkliches Waschmittel zu finden und beim nächsten Besuch oder einem anderen Drogeriemarkt begann die Suche von neuem, weil das eben gefundene Produkt wieder ausgelistet, ausverkauft oder in anderer Verpackung war.

Komplettes Umdenken

Da ich mein Wäschewaschverhalten ohnehin gerade komplett überdenke, liess ich mich motivieren, eine Waschlauge aus Roßkastanien herzustellen. Die Indischen Waschnüsse scheinen auf den ersten Blick eine ökologische Variante, Wäsche zu waschen. Doch bei genauerem Hinsehen wird es absurd, dass wir die Waschnüsse aus Indien importieren: In Indien werden die Nüsse knapp und nicht alle können sich leisten, Waschmittel zu kaufen. Hier bei uns liegt das Pendant im Herbst unter Kastanienbäumen und muss nur aufgesammelt werden.

Beim ersten Versuch schnitt ich die Kastanien noch mit dem Messer von Hand und die Lauge entstand sehr rasch. Beim zweiten Versuch nahm ich die Küchenmaschine zur Hand und verbesserte so noch die Ausbeute.
Für die Handwäsche gab ich einen Tropfen Lavendelöl ins Waschwasser und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Feinwäsche sollte ja ohnehin von Hand gewaschen werden. Ich bin neugierig, ob sich die schonendere Wäsche auch auf die Lebensdauer auswirkt.

Für das Geschirr fügte ich der Lauge einen Tropfen Zitronenöl bei, das ebenfalls fettlösende Wirkung hat. Der Unterschied zu den üblichen Geschirrspülmitteln liegt in der Konsistenz. Ich verwende für Töpfe und Pfannen eine kleine Bürste, in deren Griff man Geschirrspülmittel einfüllen kann, das auf Knopfdruck zwischen die Borsten der Bürste rinnt. Da ist die Kastanienlauge zu dünnflüssig, der Behälter ist nach der ersten Geschirrwäsche leer.

Handfreundliche Kastanienlauge

Meine Hände werden durch die Kastanienlauge mit den ätherischen Ölen nicht ausgetrocknet, wie ich es von den kommerziellen Spül- und Waschmitteln kenne.

Die Frage, die jetzt zu klären ist, ist die, wie sich die Kastanien am besten lagern lassen. Soll ich sie im ganzen aufbewahren und riskieren, dass die Küchenmaschine nicht mehr durch die getrockneten und harten Kastanien kommt? Soll ich meinen Vorrat gleich zerkleinern und so lagern? Ich werde berichten, was sich bewährt.

Wer seine Wäsche mit der ganz klassischen 4-5kg-Waschmaschine wäscht, dem sei gesagt, dass auch dafür die Waschkastanienlauge verwendet werden kann. Aktuell bereite ich die Lauge direkt für die Verwendung zu. Es ist einerseits eine Platzfrage, andernseits gibt es unterschiedliche Angaben zur Haltbarkeit der Lauge. Sehr rasch setzen sich die Kernteile am Boden und die Schalenteile an der Oberfläche ab und das Wasser wird milchig. Sehr rasch fängt die Flüssigkeit zu schäumen an, wenn man sie schüttelt. Das sind die waschaktiven Substanzen, die wir in der Lauge haben wollen.
Das Waschwasser, auch Grauwasser, verwende ich als Gießwasser. Ich weiß ja, was drinnen ist und kann damit Trinkwasser sparen.

Wenn man die Lauge allerdings zu lange auf die Verwendung warten lässt, dann fängt sie an zu vergären und zu riechen. Es ist kein unangenehmer Geruch und für Geschirrwäsche habe ich die Lauge verwendet. Wäsche waschen wollte ich damit nicht mehr.

Roßkastanien Waschlauge:

4-5 Roßkastanien zerkleinern, in einen Behälter geben und mit 1/4 Liter Wasser auffüllen. Das ganze über Nacht so stehen lassen. Am nächsten Tag die Lauge über ein Sieb umfüllen und zeitnah verwenden. Die Kastanienreste lassen sich kompostieren.

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