In Funktionen denken, statt in Quadratmeter

Tiny Living

In Funktionen denken, statt in Quadratmeter

1. September 2019 Tiny House 0
Wieviele Quadratmeter braucht eine funktionelle Küche?

Ich durfte in den letzten beiden Jahren zwei Häuser zu je ca. 140 Quadratmeter Wohnfläche bewohnen und dabei nach und nach Klarheit darüber gewinnen, was ich brauche, was ich will und was ich weder brauche noch will. Zwei Übersiedlungen haben mein Hab und Gut drastisch reduziert, die zweite Übersiedlung lag nur mehr knapp über dem Fassungsvermögen eines 3,5t-Transporters. Für die aktuelle Übersiedlung hatte 2 Paletten als Vorgabe und durfte jetzt auch noch gewogen werden.

Folgende Erkenntnisse haben sich in den vergangenen zwei Jahren herauskristallisiert:

⁃ Ich brauche kein Büro mehr. Der Laptop lädt/steht am Stehpult oder da, wo er seinem Namen nach hin gehört. Der Rest passt in und auf einen kleinen Büroschrank.
⁃ Ich brauche keine Riesenküche mehr, eine Kochzeile und ein kleiner Essbereich sind genug.
⁃ Badewanne ist nett, aber für 3 Vollbäder im Jahr sehr raumfordernd. Eine Dusche reicht.
⁃ Vorratsraum/-keller ist nett und nicht zwingend notwendig.
⁃ Schrankraum ist nett und ein Wandschrank tut es auch.

Wieviele Quadratmeter braucht eine funktionelle Küche?

Wieviele Quadratmeter braucht eine funktionelle Küche wirklich?

Das ist meine aktuelle Checkliste für mein Tiny House:

✓ Ein eigener Schlafraum
✓ Ein Wohnraum, der freien Platz für meine Yogamatte/Massageliege bietet
✓ Kochbereich, gerne in den Wohnraum integriert
✓ Platz für eine Gefriertruhe
✓ Grünfläche für ein paar Kräuter, Blumen und einen Bistrotisch
✓ Dusche, Waschtisch, WC, ein Badezimmerschrank

Ich denke nicht mehr in Quadratmeter. Ich habe bei all den Beschreibungen der Tiny Houses kreative Möglichkeiten gesehen, vorhandenen Raum zu nutzen. Es reizt mich gerade sehr, mich von unten an die für mich optimale Wohnfläche anzunähern, in den letzten Jahren habe ich sehr oft auf zu viel Fläche gelebt. Zu viel Fläche führt zu doppelten Einrichtungen oder dazu, Dinge anzuschaffen, für die man genug Platz hat, ohne sie dann wirklich zu verwenden.

Quadratmeter vs. Funktionalität

In der – zu großen – Küche, die ich aktuell nutze, habe ich einen eigenen Bereich, in dem ich die Küchengerätschaft lagere, die ich vermutlich nicht verwende. Wenn ich sie bis zur nächsten Übersiedlung tatsächlich nicht aus dem Kasten hole, weiß ich, dass ich es nicht übersiedle.

Mein Kleiderschrank wird halbjährlich aussortiert. KonMari und der Kleiderbügeltrick helfen. Alle Bügel so hängen, dass das offene Ende des Hakens zu mir zeigt. Alles, was ich nach dem Waschen in den Kasten zurück hänge, wird mit dem Hakenrücken zu mir in den Kasten gehängt. Alles, was nach einem halben Jahr immer noch mit dem offenen Haken zu mir im Kasten hängt, darf gehen. Bei allem, was liegend gelagert wird, wird halbjährlich die Joy-Frage nach KonMari gestellt.

Ich schwächle immer noch bei Büchern. Da hilft es fallweise, sie zu verleihen/verschenken.
Aktuell bin ich guter Dinge, dass ich mich mit Wohnfläche stark verkleinern kann. Ich bin selbst gespannt auf mein Experiment.

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